Juli 2017 – Die Sprache im Coaching

Das Coaching-Symposium des Südtiroler Coaching-Verbandes in Bozen im Juni stand unter dem Motto „Sprache im Coaching“ – wie reden wir als Coaches, auch zur Methode passend.

„Positive Wording“ ist ein Begriff, den ich in den letzten Jahren immer wieder gebrauche. Wir haben als Coachs zu fördern, zu entwickeln, konstruktiv zu formulieren. Negatives sollte außen vor gelassen werden. Es geht um Ressourcen. Es geht um eine positive Sprache. Wenn der Kunde „Tipps und Tricks will“, muss ich das nicht verneinen, sondern kann positiv auch „wir werden gemeinsam dazu Lösungen entwickeln“ formulieren oder statt „das geht nicht“ sagen „was geht“.

Damit liefern wir sowohl eine konstruktive Seite, die zum Coaching passt, wie auch eine positive Unterstützung für das Machbare.

Wie steht es bei Dir mit positiven Formulierungen?

Wie kannst Du „negative Ausdrücke“ positiv (um)formulieren?

 

Juni 2017 – Aktionitis

In den letzten Jahren hat sich ein Begriff eingebürgert, der „übertriebenes Engagement“ meint:

Aktionitis

In vielen Situationen mit Schwierigkeiten, Problemen o. ä. m. haben die meisten von uns gelernt „sofort handeln“, „lösen“ auf Grund von Vermutungen.

Das führt dann vom Regen in die Traufe, d.h. es wird meist schlimmer. Bspw. wenn ein Umsatzrückgang von 25 % eintritt, „muss sofort mehr mit Kunden geschehen“ oder die Interessentenschar bricht auf einmal ein und die „Zielgruppe muss mehr angesprochen werden“.

In Wirklichkeit ist dieses Muster mit übertriebenem Energieeinsatz verbunden. Die Vermutung einer Ursache genügt den meisten Personen – und dabei sitzen sie ihren eigenen Fallen der Vorurteile, der Lieblingsideen usw. auf.

Viel besser wäre es, in Zeiten dieses (inneren) Drucks durchzuatmen, Ruhe zu bewahren und zu sammeln, was dahinter stecken könnte. Möglichst mit anderen Personen, die unvoreingenommen das Problem aufgreifen oder auch andere Blickwinkel einbringen. Dann kann der Hintergrund der MEHRFACHEN Ursachen gefunden werden und auf diese UrsacheN auch alternative Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.

Die Abwägung der Möglichkeiten ergibt dann wahrscheinlich sinnvolle Interventionen und Verbesserungen. Der Zeitdruck behindert das effektive Vorgehen!

Wie erlebst Du Hektik im Alltag und Lösungsstrategien dazu?

Welche Erfahrungen hast Du mit Ursachenforschung gemacht?

Welche (Antreiber)-Muster sind da wirksam und welche Erlauber oder konstruktive Kerne passen dazu?

Mai 2017 – Achtsamkeit im Coaching

Wenn wir Coaching effektiv und entwicklungsorientiert betreiben wollen ist Achtsamkeit und Präsenz ein zentrales Thema.

Viele Coachs kämpfen am Anfang ihrer Tätigkeit mit sich selbst, dem Vorgehen und den anwendbaren Methoden. Der Coachee ist da immer wieder ein „indirekter Fokus“, will heißen mehr oder weniger stehen Vorgehen und Methodik im Mittelpunkt.

Achtsamkeit heißt Aufmerksamkeit auf das Geschehen und sein Gegenüber, heißt Fokussierung auf Aussagen und Verhaltensweisen, heißt Konzentration und Präsenz für das und im Gespräch.  Dabei sind Blickkontakt und Interesse am Anderen eine gute Voraussetzung. Das Abschalten eigener fluktuierender Gedanken trägt ebenso zur Achtsamkeit bei wie das Wahrnehmen von verbalen und nonverbalen Signalen des Gegenüber.

Achtsamkeit heißt aber auch sich selbst gegenüber  für Körperreaktionen sensibel zu sein. Reagiere ich bspw. mit erhöhter Spannung oder neige ich zu „Müdigkeit“ während des Coachings? Lenken mich äußere Einflüsse (stark) ab oder suche ich mehr in meinen Aufzeichnungen als ich dem Gegenüber Aufmerksamkeit widme?

Was sind meine Schwerpunkte und Fähigkeiten aufmerksam zu sein? Was kenne ich da bei und an mir? Was lenkt mich leicht ab oder „lässt unaufmerksam sein“?

Einstimmung auf das Coaching durch Ruhe und Einstellung auf das Gegenüber in der letzten Viertelstunde vor Beginn kann ebenso unterstützen wie Interesse an der Person und seinen Punkten, die die Person einbringt. Sich selbst gönnen, durchzuatmen, ev. (eingeübte) autogene Trainings-Einstimmung können weiters sinnvoll sein.

Was ist Dein Lieblings-Weg zu Aufmerksamkeit?

Was sind Deine Fallen zur Aufmerksamkeit, die Du vermeiden kannst?

 

April 2017 – Weiterbildung – Entwicklung der Coachs

Die vielfältigen Aufgaben und Inhalte eines Coach verlangen nach guter Ausbildung, aber auch Weiterbildung. Gerade in der Coaching-Szene hat sich in den vergangenen 2 Jahrzehnten viel gewandelt. Da wurde über die Grenzen zur Psychotherapie diskutiert, da hängen die organisationalen Fragen mit drin, Führungs-Fragen sind ein immerwährendes Thema, Methoden und Haltungen beschäftigen die Veröffentlichungen usw.

Aber nicht nur Inhalte von Coachings sind ein Thema für die Weiterbildung, noch mehr sollte Augenmerk der Coachs auf ihre eigene Reflexion liegen. Die Selbstreflexion, bspw. nach jeder Coaching-Stunde, gehört zwar zum Alltag und zur Normalität, aber sich in einer „peer-Group“ oder in einem „Gruppencoaching“ von Coachs mit seinen Beispielen und Fragen zu stellen, scheint noch nicht im Alltag der Coachs angekommen zu sein. Gerade das bietet aber noch Lernpotential. Wir wissen alle, dass Selbstbild und Fremdbild nicht dasselbe sind. Viele Coachs könnten davon profitieren, dass Ihnen Fragen gestellt werden, sie Rückmeldungen zu verschiedenen Beispielen bekommen und daraus lernen, wie es andere machen bzw. welche Fragen oder Schwierigkeiten auftauchen.

Wie geht es Dir mit Selbstreflexion?

Wann hast Du das letzte Mal in einer Gruppe bspw. Deine Coachings reflektiert?

Was hältst Du von Coach-Entwicklung durch Reflexion mit anderen?

März 2017 – Ethik und Coaching

Wenn ein Thema breiter und größer wird – wie auch bei Coaching – ist das Augenmerk auf ethisch konstruktive Haltung zunehmend wichtiger. Das eine oder andere lässt „man vielleicht durchgehen“, weil es „ja nicht tragisch ist“.

Wo sind die Grenzen des moralisch-ethischen Verhaltens in und um Coaching? Das fängt bereits bei der Bekanntgabe von Coaches an, die ein Coach betreut und hat massive auch rechtliche Schwierigkeit, wenn bspw. die Firma den Coach (finanziell) manipuliert, um beim Coachee bestimmte Dinge durchzusetzen.

Mitglieder von Coaching-Vereinigungen wie ICF oder auch DBVC wie ACC wissen, um die ethischen Komponenten dieser Verbände. Da gibt es genug Hinweise für ethisches und unethisches Verhalten als Coach. Nicht jede Übertretung wird jedoch geahndet. Da ist es auch „ethisch“, sich selbst um eigene Grenzen zu kümmern, aber auch andere mit möglichen Grenzgängen der Ethik zu konfrontieren und einzuladen, anders vorzugehen.

Häufige Verstöße sind etwa „eigene Ideen dem Coachee zu unterjubeln“, „Auskünfte über den Coachee zu geben“ (und wenn auch nur indirekt!), „überzogene Honorarsätze wie Tagespauschalen usw. zu verlangen“, das Coaching bewusst zu verlängern oder schon lange anzusetzen (durch zwingende Vorschalt-Analysen), vom Vorgesetzten bspw. formulierte Themen und Ziele mit dem Coachee bearbeiten“ u. ä. m.

Wie sieht Deine Erfahrung mit der Ethik aus?

Wo bestehen große Gefahren, unethisch zu handeln?

Was ist Dein „Credo“ zu ethischem Verhalten?

 

 

Februar 2017 -Coaching Markt

Wie sieht eigentlich der Markt für Coachings heute aus? Wie entwickelt sich die Szene weiter? Welchen alten Wein in neuen Schläuchen gibt es? Wie wird Coaching in Organisationen verwendet?

Viele Fragen sind es, die sich nach wie vor stellen. Veröffentlichungen gibt es in der Zwischenzeit genug, auch wissenschaftliche Überlegungen.

Mein Eindruck ist, dass es „breiter“ geworden ist, sich mehr Personen aus den verschiedensten Berufszweigen um Coaching „kümmern“, sich Wissenschaftler um die „Wirkung und Effektivität“ von Coaching „kümmern“, sich Vereine und Verbände um die Coaches „kümmern“… Damit entsteht für mich ein hoher Formalisierungsgrad, der Coaching auch schadet. Es entstehen „Ver-organisierungen“ mit Auflagen, Grenzen, Titeln und Berechtigungen. Es entstehen „Vorschriften“ für gutes Coaching…

Was ist der Vorteil dieser Entwicklung? Mit den Kriterien und der Überprüfung wird dem Coaching auch ein guter Dienst erwiesen, problematisches Coach-Verhalten und Vorgehen von effektivem dem Kunden zugute kommendes Caching zu unterscheiden. Verbände wie bspw. ein DBVC oder ein ACC sammeln positive und effektive Kräfte für Coaching, aus der stillschweigenden anonymen Masse von Coachs am Markt heraus zu treten und etwas für die Inhalte, den Prozess und auch für die Coachees zu tun.

Eine Aufgabe wird aber auch größer: Den potentiellen Kunden/innen den Unterschied zwischen effektivem Caching als Begleitungs- und Unterstützungsform und verstecktem Ratschlag- und Führungs- Verhalten nahe zu bringen.

Wie siehst Du den heutigen Markt?

Was ist die Herausforderung der nächsten Zeit?

Was ist Dein Beitrag zur konstruktiven und positiven Coaching-Landschaft?

 

 

Jänner 2017 – Sylvester-Vorhaben

Vorhaben fürs neue Jahr und Umsetzung

Jedes Jahr zu Sylvester nehmen sich Hunderttausende Besserungen für das kommende Jahr vor. Das reicht von „gesünder Leben“ über „mehr Sport betreiben“ bis hin zu Heeren, aber unrealistischen Annahmen allgemeiner Art wie „Haus bauen“, „meinen Mitarbeitern/innen mehr zuhören“ oder „Neues beginnen“.

All diese „Vor-Sätze“ sind schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Sie sind zu allgemein, zu nebulös, zu schwammig.

Wir wissen aus dem Coaching-Bereich, dass nur konkrete Ziele mit Ablaufdatum – sozusagen was ich am 31.12. konkret erreicht habe und auch überprüfbar ist – eine Chance auf Verwirklichung geben.

Z.B. statt gesünder leben Konkretes wie „nur ein Tag Fleisch pro Woche“ oder „jeden 2. Tag Gemüse“, oder auch beim Sporteln wie „am 31. 12. kann ich 20 Liegestütz machen“ oder den letzten Halbmarathon im Jahr laufe ich in 1:40 Std“ usw.

Beachtenswert und oft vergessen sind die Einflussfaktoren auf die Zielerreichung:

Da sind die Personen der nächsten Umgebung. Wie stehen die zu meinem Ziel? Wie habe ich diese positiv eingebunden? Wer hat etwas dagegen oder wertet mein Vorhaben ab?

Wie beginne ich baldigst mit Maßnahmen zur Zielerreichung? Welche Motivation geht von meinem Ziel aus? Will ich wirklich oder ist es halt so, dass „man sich was vornimmt“?

Wie sieht es mit der „Gewohnheits-Falle“ oder der „Transfer-Lücke“ aus? Neige ich, rasch zurück zu fallen in alte Gewohnheiten oder wie entgegne  ich dieser falle? Wie viel Geduld mit mir habe ich, um dies umzusetzen? Am besten mit Zeit-Limits, Überprüfungs-Markern, Unterstützer/innen.

Damit sind die wichtigsten Punkte für einen optimalen Transfer und für eine Zielerreichung genannt. Welche inneren Sabotage-Akte setze ich mir selbst („na ja eine Ausnahme“, „ist ja heute nicht so wichtig“, „Disziplin ist doch negativ“ usw. usw.)

Wie geht es Dir dabei? Was hilft, Neujahrs-Vorhaben in die Tat umzusetzen (nicht nur Maßnahmen, sondern Ziele!) Was steht dagegen und behindert?