Juli 2018 – Methodeneinsatz im Coaching

Seit Anbeginn des Coachings steht für viele angehende Coaches der Methoden-Einsatz im Vordergrund. Viele machen eine Coaching-Ausbildung, gerade um Methoden zu lernen, die sie dann einsetzen können.

Da wird ein „Methoden-Fetischismus “ deutlich.

Der Coach selbst ist „Instrument“ genug. Wie er an die Sache herangeht, welche kommunikativen Seiten er anklingen lässt, wie er auf den Coachee eingeht und ein partnerschaftliches Vorgehen umsetzt, setzt Coaching-Maßstäbe der Humanität und Effektivität.

Natürlich kann ein guter und sensibler Coach das eine oder andere passende Instrument oder eine Vorgehens- bzw. Inhalts-Methode sinnvoll nutzen – im Dienste des Kunden/ der Kundin.

Wichtig dabei ist immer die Drei-Einheit im Coaching: Eingehen auf Bedürfnisse des Kunden, eigene Fähigkeit, Kompetenz und Fertigkeit des Coach einbringen wie auch passende Instrumente und Methoden wählen.

Wie schätzt Du das passende Verhältnis „Ich als Coach“, „Methoden/ Instrumente“ und „kundenorientiertes Vorgehen“ ein?

Was ist Deine Aktivität, ein passendes Verhältnis umzusetzen?

 

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Juni 2018 – Emotion und Kognition

In den Anfängen des Coachings waren es Unternehmensberater die an den (Führungs)-Themen ihrer Coachees, der Führungskräfte, arbeiteten. Zumeist sachlogische, strukturelle oder arbeitsmethodische-strategische Fragen.

In den 90er Jahren kam die psychologisch-emotionale Seite auf. Vermehrt wurde nach den Gefühlen, Hintergründen, sozial-psychologischen Themen „gefragt“ bzw. wurden diese thematisiert.

Sind nun Emotionen im Coaching wichtiger oder die Kognition?

Es gibt so manche Coaches, die auf die gefühlsbezogene Seite schwören, da diese ihrer Meinung nach den wesentlichen Aspekt im Coaching umfasst.

Andererseits gibt es Coachings, wo die Sachfrage, das Bewusstsein zum Arbeitsthema im Vordergrund steht.

Da sich Coaching auf einer ganzheitlichen Ebene um die Fragen des Coachees kümmert, ist weder das eine noch das andere „alleine maßgebend“.  In einem ganzheitlichen Coaching wird neben dem Vordergrund, den der Coachee betont und als Problem bzw. Bedürfnis anführt, die andere Seite immer mitschwingen. Betont er eine Sachfrage, ist der Hintergrund wahrscheinlich auch ein gefühlsbezogener. Betont der Coachee seine Emotionen und möchte diese „in den Griff kriegen“ oder „bearbeiten“, dann ist oft auch die Frage nach der Situation im Alltag und den sachlichen Gegebenheiten, Handlungsschritten usw. ein Thema.

Wie erlebst Du Deine Coachees? Was betonen diese am Anfang?

Was ist als Coach Dein „Faible“? Worauf springst du am leichtesten an?

Wie kannst du Dich beim nächsten Coaching beobachten und anschließend die beiden Seiten reflektieren?

Mai 2018 – Kundenziele – wer bestimmt diese?

Bei Coaching ist es seit Anbeginn üblich, dass der Coachee ins Coaching mit seinen eigenen Zielen kommt bzw. diese vom Coach nachgefragt werden.

In den letzten Jahren häufen sich jedoch verschiedene andere „Ziel-Erfassungen“. Da ist z.B. eine Organisation, die von sich aus mit bestimmten Anliegen dem/der Mitarbeiter/in ein Coaching „verordnet“ und diese Vorstellungen auch dem Coach gegenüber als Ziele des Coachings äußert.

Da gibt es Coaching-Anbieter, die dem Coachee durch eine „Test-Batterie“ durchlaufen lassen, um daraus dann Ziele „abzuleiten“. Keine Frage, was den Coachee bewegt oder was er im Coaching möchte…

Da gibt es auch Coachs, die auf Grund erster Aussagen des Coachee bereits „wissen“, wo dem Coachee der Schuh drückt und sie dann für den Coachee, Zielsetzungen oder Schwerpunkte des Coachings formulieren. Der Coachee nickt dann oft brav ab…

Und da gibt es den Coachee, der auf die Frage des Coachs bspw. „was er im Coaching erreichen will“, Ziele äußert, die er selbst nicht entscheiden oder umsetzen kann…

All diese Ziel-Findungen sind problematisch und führen am Kern des Coachings vorbei. Nachfragen nach vom Coachee geäußerten Zielen zur Präzisierung sind passend, auch Spiegelung von möglichen dahinter liegenden „effektiveren“ Zielen als die genannten. Aber eines ist entscheidend: Dem Kunden Zeit geben, aus sich selbst die Antwort und die Zielformulierung zu finden und sie selbständig formulieren!

 

Wie erlebst Du in Deinen Coachings die Zielfindung?

Was  macht Zielfindungen oft schwierig bzw. beeinflusst die Zielfindung von außen?

Wie „hilfst“ du dem Coachee seine Ziele „zu finden“ bzw. „selbständig zu formulieren“?

 

April 2018 – Vorab-Checks

In den letzten Jahren hat sich am Markt gezeigt, dass es Coaching-Angebote gibt, wo der Coach bzw. die Firma vom Coachee  vorab einige „Ergebnisse“ haben möchte.  So werden ganze Datenbatterien von Tests über den Coachee „ausgeschüttet“, bevor er in ein Coaching gehen kann.

Da wird das Kind mit dem Bad ausgeschüttet!

Ein/e Kunde/in, der/ die mit Fragen an einen Coach kommt, möchte in möglichst kurzer Zeit sich selbst hinterfragen und Lösungen entwickeln, um erfolgreich die Zukunft zu dem Thema zu bewältigen.

Wenn ein Coach sehr viele persönliche Testergebnisse des Coachee will, taucht die Frage auf, welche Professionalität er im Coaching selbst einbringt. Braucht er „Material“ oder genügen nicht auch Beobachtungen im Hier und Jetzt, mit Nachfragen, die gezielt zum Thema, zum Problem oder zum Ziel zu stellen sind.

Es ist ein schwacher Coach, der viele Daten aus der Vergangenheit des Coachee sammelt! Coaching ist keine Therapie. Es geht nicht um Vergangenheits-Bewältigung. Es geht auch nicht beim Coaching um Tiefschürfungen in der Psyche, um ein „Heute-Problem“ zu lösen.

Wie stehst Du zu den Vorab-Checks?

Was macht diese ev. sinnvoll bzw. was wird unnütz an Datenmaterial gesammelt?

Wieviel „Psyche“ brauche ich für die Coaching-Fragen des Coachee?

 

März 2018 – Verwässerung im Coaching-Markt

Coaching ist ja seit fast 3 Jahrzehnten der Renner geworden. Alles, was nach Veränderung oder Entwicklung schreit, wird heute als „Coaching“ bezeichnet. Da wird dem Ursprung des „Fahrgastes, der sagt wohin der Kutscher fahren soll“ zuwider gehandelt.

Eine Verwässerung des Coaching-Begriffs ist die Folge. Auch die Mischung von Coaching, Beratung und Training beginnt inzwischen Kreise zu ziehen, tut aber dem Coaching nicht gut. Coaching ist, andere durch ihre eigenen Ideen Selbstentwicklungs-Kraft zu verleihen und nicht durch Rat-Schläge von außen.

Coaching, Training und Beratung haben auch unterschiedlich Positionen zum Menschen. Während Coachs sich partnerschaftlich orientieren und auf Augenhöhe mit anderen agieren, ist der/die Trainer/in auf das „Nicht-Wissen“ des anderen, was er lernen muss, ausgerichtet. Der/die Berater/in – im Sinne der TA – hat noch stärker die Position des „Ich bin nicht ok (Coachee) und ich bin ok (Berater/in), woraus sich zwangsläufig Information, Belehrung, Rat-Schläge ergeben.

Inzwischen haben viele Menschen eine Menge an Wissen angehäuft. Da fehlt nicht Wissen heutzutage, sondern die Umsetzung und Anwendung des Wissens. das im Coaching am meisten gefördert wird.

Wie erlebst Du den heutigen „Coaching-Markt“?

Was ist Deine Position zum Umgang mit Coachees?

Was wären wichtige Punkte der konstruktiven Entwicklung des Coaching-Begriffs?

Februar 2018 – Reflexionen

Wie gehen wir mit Reflexionen nicht nur als Coachee sondern auch als Coach um?

Da gibt es die „Selbst-Rückschau“, in dem ich mich möglichst bald nach dem Coaching hinsetze und die Stunde Revue passieren lasse. Mir Fragen stelle nach Verlauf, nach wirksamen Fragen, nach Schwierigkeiten usw.

Weiters kann ich mir mit einer/m potenten Gesprächspartner/in einen „Außenblick“ gönnen, der den „blinden Fleck“ jedes Menschen, auch des Coach, erhellen kann. Da können Fragen gestellt werden, die ich mir selbst nicht gestellt hätte, da kommen Rückmeldungen mit einer anderen Sichtweise, die hilfreich sein kann.

Auch „Intervisionen“ in einer Gruppe Gleichgesinnter können hilfreich sein, um die eine oder andere Coaching-Stunde gut zu reflektieren und daraus für die weiteren Coachings zu lernen und alternative Aspekte zu überlegen.

Was sind Deine Vorlieben beim Reflektieren?

Wie oft reflektierst Du Deine Coachings?

Jänner 2018 – Vorhaben und Ziele

Jetzt zur Jahreswende und zu Sylvester wie Neujahr häufen sich wieder die „Sylvester-ansätze“ – die Vorhaben für das kommende Jahr. Vielfach werden dabei Formulierungen wie „mehr bewegen“ oder „gesünder ernähren“ oder auch „Gewicht abnehmen“ usw usw. verwendet.

Nicht nur, dass alle obigen Aussgen allgemeine Vorsätze und daher ungenau sind, sind sie auch MASSNAHMEN und keine Ziele bzw. Endergebnisse zu Jahresende 2018. Es fehlt daher die Orientierung und Ausrichtung, was ich mit diesen Maßnahmen erreichen will. Ein weiterer Punkt ist die negative Aussage „Gewicht abnehmen“. Es gibt keine negativen Ziele, weil sie in die Vergangenheit weisen und außerdem auf der Ebene Motivation keine Orientierung ergeben wie besser statt 70 nun 65 kg oder „Jahresende 65 kg“.

Besser wäre Ziele bis zum Jahresende 2018 wie „eine Runde in 15 min. laufen können“ (statt bisher 18 min bspw.) oder „Anteil Gemüse 30 % am Tagesessen“ usw. usw.

Was sind konkrete, überprüfbare und erreichbare Ziele, die statt den Sylvester-vorsätzen auch wirklich eine Orientierung geben und durch die genannten Maßnahmen anstrebbar sind. Wobei es gut ist, diese Aktivitäten und den Weg zum Ziel auch vierteljährlich zu überprüfen. Sonst wird die (negative) Überraschung zum Jahresende  „perfekt“.

Wie habe ich meine Ziele 2018 formuliert? Sind es konkrete Endergebnisse oder gute Vorsätze?

Wie geht es meinen Coachees? Wo gibt es hier fadenscheinige Sylvester-Ansätze oder fantasiereiche Wünsche? Was kann ich tun, damit die Coachees genauer werden, sich Ziele vornehmen und mit welchen Maßnahmen sie daran arbeiten wollen…