November 2018 – Coaching ist „Arbeit am blinden Fleck“

Wir alle haben unseren blinden Fleck, will heißen, dass andere Leute etwas wahrnehmen, was wir selbst nicht sehen.

Coaching ist dabei eine Möglichkeit, durch Besprechung von Situationen, durch Fragen und Feedback, durch Wahrnehmungen des Coach Dinge „zu entdecken“, die die Person selbst nicht sieht oder „anders sieht“. Dabei ist die Außensicht entscheidend, denn davon gehen „alle Menschen meines Umfeld“ eigentlich aus!

Der blinde Fleck (aus dem JOHARI-Modell von Joe Luft und Harry Ingham) kann zur Aufhellung der Situations-Wahrnehmung beim Coachee führen und ihm helfen, eine Variante zu seiner Sichtweise hinzu zu nehmen.  Damit steht auch einer veränderten Vorgehensweise, neuen Alternativen zur Situation „kaum mehr etwas im Wege“.

 

Wie oft brauchst Du als Coach die Arbeit am blinden Fleck?

Welche Vorgehensweisen, Instrumente, kommunikativen Mittel setzt Du dabei ein, die hilfreich sind?

Als Coachee: Wie oft sitze ich meinem blinden Fleck auf? Wie kann ich mir andere Sichtweise zu eigen machen? Wie kann ich nach Feedback und Spiegelung fragen?

 

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Oktober 2018 – Digitalisierung im Coaching

Ein modernere Begriff geistert auch seit einiger zeit durch die Coaching-Szene: Digitalisierung.

In einer Welt des Internets, der Facebooks und Twitters, der Schriftlichkeit und Vernetzung hätte es überrascht, wenn Coaching „außen vor“ geblieben wäre.

Was ist nun die Ergänzung zum persönlichen Gespräch? Was kann es bringen bzw. was „kostet“ es? Das sind einfache, aber wichtige Fragen für Coachs und Coachees.

Ein Coachee hat natürlich Interesse, wenig Fahrtstrecken und -zeit zurückzulegen. Am besten über alle technischen Möglichkeiten Coachings abzuwickeln. Aber kann in diesem technisierten Verfahren der Mensch wirklich sichtbar werden oder ist es nur ein „Fake“ oder ein oberflächliches sozial akzeptiertes Statement?

Der Coachee kann gerne Antworten schreiben – über Mail – und der Coach kann gerne Fragen stellen – über Internet usw. Aber die „Begegnung“ und die „Beziehung“ leisten den eigentlichen Teil der Arbeit. Wie reagiert der Coachee auf Fragen (emotional, nonverbal nicht nur verbal)? Wie erkenne ich als Coach Mimik und Gestik des Coachee in Übereinstimmung zum Inhalt oder gibt es hier Unterschiede?

Lassen wir daher die Kirche im Dorf. Die Digitalisierung und Technisierung des Coachings kann Rahmenbereiche und Inhaltsaspekte betreffen, jedoch die Beziehungsqualität wird damit nicht geschaffen. Und Beziehung ist ein zentraler Aspekt des Coachings.

Wo setzt Du Technik im Coaching ein?

Wie schaffst du Beziehungsqualität?

September 2018 – „Schule“ und Coaching

Mit diesem Monat beginnt wieder die Schule. Die Ferien sind vorbei und die Schule ist wieder in aller Munde, bei den Schülerinnen und Schülern, bei den Eltern, bei den Lehrern. Auch die Veränderungen, die Herausforderungen, die Schwierigkeiten, die existieren.

Was hat Coaching damit zu tun?

Coaching kann die Fragen und Probleme der Betroffenen nicht nur zum Thema machen, sondern auch durch die Vorgehensweise Ideen anregen, Alternativen entwickeln helfen, neue Sichtwinkel ermöglichen usw.

Coaching kann für Schülerinnen und Schüler eine mögliche Unterstützung darstellen – von professionellen Kräften, nicht von Lehrern, die diese Schüler selbst in der Klasse zu betreuen haben.

Coaching kann für Lehrerinnen und Lehrer eine Hilfe darstellen. Mit professionellen Kräften ihre Fragen und Sorgen besprechen können und Überlegungen für Verbesserungen anzustellen – nicht nur „untereinander“ Erfahrungen austauschen. Da kann leicht „mehr desselben“ oder „neue Fehler“ ein Thema sein.

Sogar Coaching für Eltern wäre eine sinnvolle Variante. Mit professionellen Personen die eigenen Fragen, sorgen mit den Kindern oder Schwierigkeiten zu besprechen. Den „Bremsklotz“ dort lösen, wo Eltern nicht mehr weiter wissen und sich im Kreise drehen.

Wie siehst du diese Möglichkeiten?

Werden diese schon genutzt oder ist da noch Nachholbedarf?

Coaching-Verbände und Ausbildungs-Institute können da sicherlich auch weiterhelfen!

August 2018 – Coaching und…

Heute möchte ich mal auf die vielen Coaching und-Titel schauen. Da hat sich ja eine eigene „Sektion“ aufgemacht, alten Wein (Beratung) in neue Schläuche (Coaching) zu gießen!

Da schwirren Begriffe wie „Finanz-Coaching“ (Finanzberatung!?)  oder „Kinder-Coaching“(Erziehungs-Beratung?!) wie auch „Personal-Coaching“ (sportliches Training!?), „Unternehmer-Coaching“ (persönliche Selbständigen-Beratung!?) und auch Organisations-Coaching (Organisations-Entwicklung im besten Fall!?) durch den Raum.

Ich finde diese Begriffe verwirren unbedarfte Personen und auch Führungskräfte wie Fachleute werden irritiert. In Wirklichkeit verkauft „jeder Krämer seine Ware“, mit dem Anflug von Exklusivität mit dem Bindestrich-Coaching Begriff, wie es schon vor einiger Zeit der Doyen des Coachings, Wolfgang Loos, formulierte.

Welche Begriffe hast Du noch gefunden in dieser Richtung? Ein Austausch wäre nett und würde auch zeigen wie weit verbreitet diese „Masche“ schon ist.

Hier sollten wir als professionelle Coaches einiges tun,, damit diesem Sektor nicht noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird und Schein-Coaching plötzlich zum Coaching für so manche Menschen wird.

 

 

 

Juli 2018 – Methodeneinsatz im Coaching

Seit Anbeginn des Coachings steht für viele angehende Coaches der Methoden-Einsatz im Vordergrund. Viele machen eine Coaching-Ausbildung, gerade um Methoden zu lernen, die sie dann einsetzen können.

Da wird ein „Methoden-Fetischismus “ deutlich.

Der Coach selbst ist „Instrument“ genug. Wie er an die Sache herangeht, welche kommunikativen Seiten er anklingen lässt, wie er auf den Coachee eingeht und ein partnerschaftliches Vorgehen umsetzt, setzt Coaching-Maßstäbe der Humanität und Effektivität.

Natürlich kann ein guter und sensibler Coach das eine oder andere passende Instrument oder eine Vorgehens- bzw. Inhalts-Methode sinnvoll nutzen – im Dienste des Kunden/ der Kundin.

Wichtig dabei ist immer die Drei-Einheit im Coaching: Eingehen auf Bedürfnisse des Kunden, eigene Fähigkeit, Kompetenz und Fertigkeit des Coach einbringen wie auch passende Instrumente und Methoden wählen.

Wie schätzt Du das passende Verhältnis „Ich als Coach“, „Methoden/ Instrumente“ und „kundenorientiertes Vorgehen“ ein?

Was ist Deine Aktivität, ein passendes Verhältnis umzusetzen?

 

Juni 2018 – Emotion und Kognition

In den Anfängen des Coachings waren es Unternehmensberater die an den (Führungs)-Themen ihrer Coachees, der Führungskräfte, arbeiteten. Zumeist sachlogische, strukturelle oder arbeitsmethodische-strategische Fragen.

In den 90er Jahren kam die psychologisch-emotionale Seite auf. Vermehrt wurde nach den Gefühlen, Hintergründen, sozial-psychologischen Themen „gefragt“ bzw. wurden diese thematisiert.

Sind nun Emotionen im Coaching wichtiger oder die Kognition?

Es gibt so manche Coaches, die auf die gefühlsbezogene Seite schwören, da diese ihrer Meinung nach den wesentlichen Aspekt im Coaching umfasst.

Andererseits gibt es Coachings, wo die Sachfrage, das Bewusstsein zum Arbeitsthema im Vordergrund steht.

Da sich Coaching auf einer ganzheitlichen Ebene um die Fragen des Coachees kümmert, ist weder das eine noch das andere „alleine maßgebend“.  In einem ganzheitlichen Coaching wird neben dem Vordergrund, den der Coachee betont und als Problem bzw. Bedürfnis anführt, die andere Seite immer mitschwingen. Betont er eine Sachfrage, ist der Hintergrund wahrscheinlich auch ein gefühlsbezogener. Betont der Coachee seine Emotionen und möchte diese „in den Griff kriegen“ oder „bearbeiten“, dann ist oft auch die Frage nach der Situation im Alltag und den sachlichen Gegebenheiten, Handlungsschritten usw. ein Thema.

Wie erlebst Du Deine Coachees? Was betonen diese am Anfang?

Was ist als Coach Dein „Faible“? Worauf springst du am leichtesten an?

Wie kannst du Dich beim nächsten Coaching beobachten und anschließend die beiden Seiten reflektieren?

Mai 2018 – Kundenziele – wer bestimmt diese?

Bei Coaching ist es seit Anbeginn üblich, dass der Coachee ins Coaching mit seinen eigenen Zielen kommt bzw. diese vom Coach nachgefragt werden.

In den letzten Jahren häufen sich jedoch verschiedene andere „Ziel-Erfassungen“. Da ist z.B. eine Organisation, die von sich aus mit bestimmten Anliegen dem/der Mitarbeiter/in ein Coaching „verordnet“ und diese Vorstellungen auch dem Coach gegenüber als Ziele des Coachings äußert.

Da gibt es Coaching-Anbieter, die dem Coachee durch eine „Test-Batterie“ durchlaufen lassen, um daraus dann Ziele „abzuleiten“. Keine Frage, was den Coachee bewegt oder was er im Coaching möchte…

Da gibt es auch Coachs, die auf Grund erster Aussagen des Coachee bereits „wissen“, wo dem Coachee der Schuh drückt und sie dann für den Coachee, Zielsetzungen oder Schwerpunkte des Coachings formulieren. Der Coachee nickt dann oft brav ab…

Und da gibt es den Coachee, der auf die Frage des Coachs bspw. „was er im Coaching erreichen will“, Ziele äußert, die er selbst nicht entscheiden oder umsetzen kann…

All diese Ziel-Findungen sind problematisch und führen am Kern des Coachings vorbei. Nachfragen nach vom Coachee geäußerten Zielen zur Präzisierung sind passend, auch Spiegelung von möglichen dahinter liegenden „effektiveren“ Zielen als die genannten. Aber eines ist entscheidend: Dem Kunden Zeit geben, aus sich selbst die Antwort und die Zielformulierung zu finden und sie selbständig formulieren!

 

Wie erlebst Du in Deinen Coachings die Zielfindung?

Was  macht Zielfindungen oft schwierig bzw. beeinflusst die Zielfindung von außen?

Wie „hilfst“ du dem Coachee seine Ziele „zu finden“ bzw. „selbständig zu formulieren“?