September 2019 – Achtung Manipulation

Coaching ist vor Manipulationen nicht gefeit. Das sehe ich weniger aus Blickwinkel Coach (der sollte mindestens ehrlich, direkt und beziehungsorientiert sein), aber aus dem Blickwinkel des Coachee könnte die eine oder andere Manipulation stattfinden. Das nicht nur absichtlich, auch manches Mal unabsichtlich!

Das beginn mit manipulativen „Rollen“ wie Opfer, Verfolger oder auch Retter (Drama-Dreieck nach Steve Karpman, USA). Da „spielt“jemand „hilflos“ im Coaching, obwohl er sonst überhaupt nicht hilflos agiert. Da „spielt“ jemand „Verfolger“ im Coaching-Gespräch und wirft dem Coach Ausdrücke an den Kopf wie „das geht so gar nicht“ oder „da müssen sie mir mehr Alternativen bieten“ usw.

Auch andere Manipulationen können passieren wie etwa zu einem anderen Termin kommen als den vereinbarten, aber auf diesen als richtig pochen. Oder die Umsetzung berichten, die etwas ganz anderes ist und besprochen wie vereinbart war. Das alles als bedeutend, „richtig“.

Welche Manipulationen hast du von Coachees noch erlebt? Wie bist Du damit umgegangen?

 

 

 

 

 

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August 2019 – Zeitaufwand für Coaching

Wie lange soll ein Coaching dauern? Was ist Zuviel, was ist Zuwenig? Wie viele Stunden auf einmal sind fürs Coaching möglich?

So und andere Fragen beschäftigen oft Coaches im Anfangsstadium. Eine einzelne Stunde ist kaum ein Coaching. Da fehlen Vorbereitung (Ziele) und auch Nachbereitung (Transfer). Andererseits ist ein Coaching über mehr als 20 Stunden und vielleicht 1 /2 bis 2 Jahre kaum mehr als Coaching zu bezeichnen. Hier handelt es sich um „Dauerbetreuung“, möglicherweise um Beratung und Abhängigkeit, nicht loslassen zu können.

Optimale Coachingarbeit liegt zwischen 6 und 14 Stunden mit ev. etwas mehr oder etwas weniger an Stundenanzahl. Wenn wir berücksichtigen, dass bei gutem Einstieg und Ankommen wie bei guter Transfervorbereitung nur mehr eine halbe Stunde für die eigentliche Coachingarbeit übrig bleibt, dann sind 6 Stunden schnell vorbei – und in Wirklichkeit nur 3 volle Stunden Coachingarbeit!

Bei der Dauer sollte eine Stunden nicht UNTERschritten und 2 Stunden nicht ÜBERschritten werden. Bei mehr als 2 Stunden sind mehrfache Themen in der Arbeit enthalten und die Frage ist, ob der Coachee sich das alles „merken“ und „umsetzen“ kann, oder beim nächsten Mal dann Verschiedenes nicht mehr erwähnt wird oder nicht gemacht wurde. Wozu dann?!

Bei der Stundenanzahl ist zu beachten, was der Coachee auch „verträgt“. Wie aufmerksam kann er nach 1 1/2 Stunden bspw. noch sein oder wieviel kann der Coachee verarbeiten (geschwindigkeitsbezogen)? Wie viel und lange redet auch ein Coachee, sodass daraus ev. eine „Verlängerung“ der Coaching-Zeit (von ein auf eineinhalb Stunden) ratsam erscheint.

Welche Erfahrungen hast Du mit der Zeitdauer?

Was ist Deine „typische“ Zeitdauer im Coaching? Und passt das allgemein?

Juli 2019 – Alternativen

Coaching begleitet den Coachee auf seinen Weg in die Zukunft. Viele vergangenen Arbeiten wie im Beratungsverlauf oder sonstigen persönlichen Unterstützungen brachten oft DIE Lösung, die der Coachee wünschte oder die ihm von der beratenden Seite her dargeboten wurden.

Ein wichtiger Aspekt des Coachings ist allerdings NICHT, direkt eine Lösung zu finden, sondern dem Kunden zu helfen, zu seiner Situation alternative Ziele und auch eine Vielfalt an Wegen heraus zu arbeiten. Erst aus einer überschaubaren Fülle (von bspw. 3 bis 5 Zielen und alternativen Wegen) ist es leichter eine Entscheidung heraus zu schälen. Der Coachee kann vergleichen, kann abwägen, bevor er zu einer Entscheidung kommt.

Daher als Coach schauen, wie der Kunde zu alternativen Zielen kommt, wie er etwa unterschiedliche Endpunkte ins Auge fassen kann – um dann zu einem am besten geeigneten Ziel zu kommen.

Dann erst wird der Coachee eingeladen seine (verschlungenen) Wege zu suchen, wie er zu diesem Ziel dann kommen kann. Das können einfache aber auch schwierige Wege sein. Der Coachee kann mit Skalierung (1 – 10) die unterschiedliche Wertigkeit bzw. Bedeutung für ihn heraus arbeiten.

Ungeeignet sind „Alternativen“, die der Coachee ablehnt oder von vornherein eine mimisch-gestische Abneigung zeigt. Ungeeignet ist auch, wenn der Coachee gar keine Alternativen suchen will, weil er das EINE Ziel und den RICHTIGEN Weg (glaubt) gefunden zu haben. Optimal sind drei, max. 5 Alternativen (ohne den Coachee zu drängen).

Viel Spaß bei der Alternativen-Suche und -Findung!

 

Juni 2019 – Reflexion des Coach

Wie schaut es eigentlich mit der Reflexion und Weiterentwicklung des Coach selbst aus?

Nicht nur der Coachee steht am Prüfstand, hinterfragt sich, reflektiert seine Gegenwart und Vergangenheit usw., sondern auch dem Coach kann es für seine eigene Entwicklung weiterhelfen, sich zu hinterfragen und Situationen des Coachings zu reflektieren.

Es gibt drei Haupt-Varianten, dies zu tun: Selbst innerlich reflektieren, mit Bekannten bzw. Kollegen/innen Coachings Revue passieren lassen oder auch mit einen professionellen „Supervisor“ (Coach the Coach) Situationen zu hinterfragen.

Blinde Flecke können besonders durch andere Personen entdeckt werden – durch Fragen, Spiegelungen, Konfrontationen. Ein weiterer Blickwinkel wird auf die Situation gerichtet, die die Blickwinkel des Coach ergänzen können.

Selbst-Reflexion kann ein guter Beginn sein. Den inneren Film aus dem Coaching mal ablaufen lassen, inne halten, ob etwas auffällt, in Ruhe ein „Standbild“ wahrnehmen, um „schnell Abgelaufenes“ wie in Zeitlupe aufzunehmen.

Wie gehst Du als Coach Deine Coachings an?

Wie lernst Du aus den Erfahrungen für Deine weiteren Coachings?

 Wie holst Du Dir professionelle Unterstützung?

 

Mai 2019 – Fragen vs. Antworten im Coaching

Durch die „Entwicklung“ des Coaching in verschiedene thematische wie strukturelle Richtungen taucht auch wieder die Frage der „Coach-Antworten“ auf Fragen des Coachee auf.

Coaching ist im engeren Sinne der Pfad, den der Coachee mit dem Coach beschreitet. Und auf diesem dann „Abzweigungen“, „neue Blickwinkel“, „neue Horizonte“ usw. entdeckt. Die Fragen des Coach sollen ihm helfen, eigene Ideen hervor zu bringen, eigene Gedanken zu fassen und Alternativen zu entwickeln, die ihm eine Lösung bzw. Antwort auf die Fragen oder Probleme geben.

Die Betonung, dass ein Coach auch „Antworten geben soll“, führen mich in den Beratungs-Sektor. Im engeren Sinne ist das dann „Be-RAT-ung“ und nicht mehr Coaching. Coaching entstand seinerzeit aus dem Bedürfnis der Führungskräfte – als Coachees – ein „sounding-board“, einen „facilitator“ zu haben, der nicht fertige Antworten gibt, sondern den Coachee bei seiner Fragestellung und deren Lösung begleitet.

Lernpsychologisch ist es auch wichtig, die Umsetzung an eigene Formulierungen und eigene Gedanken zu knüpfen und nicht nur an Aussagen anderer, die oftmals innerlich auch abgewehrt werden oder zumindest nicht „tiefer sinken“.

Daher: Die Kunst des Coach liegt bei gezielten, offenen und anregenden Fragen, zu denen die „Antworten“ des Coachee gehören (Achtung: tangentiale Antworten oder kryptische Antworten sind noch keine lösungsorientierten Antworten!)

Wie trennst du Coaching von Beratung?

Wie gelingt es Dir im Fragen- und Coaching-Bereich zu bleiben?

Welche „Verführungen“ des Coachee in Richtung Antworten gibt es?

April 2019 -Selbst-Coaching

Immer wieder taucht in Veröffentlichungen der Begriff „Selbst-Coaching“ auf. So mit der Annahme, dass sich interessierte Personen selbst coachen könnten.

Coaching kommt aus einer Vergangenheit, wo der Coachee als Kunde in der Kutsche sitzt und dem Kutscher das Ziel nennt, um dorthin geführt zu werden. Genauso ist es auch im Coaching, wo der Kunde sein Problem bzw. Ziel benennt und dann vom Coach durch die Zeit und Inhalte zum Ergebnis geführt wird.

Wenn ich selbst in der Kutsche sitze, dann sitze ich nicht am Kutschbock! Und wenn ich selbst Probleme und Fragen habe, und eigentlich nicht weiter weiß, wie soll ich dann selbst Lösungen finden??? Einfache Fragen oder Sachfragen lassen sich durch Methoden des Selbst-Management verbessern, ev. auch lösen, aber Coaching ist kein Selbst-Management-Ansatz!

Hier sollten wir im Coaching-Sektor die Kirche im Dorf lassen und nicht Begriffe oder Inhalte verwenden, die mit dem eigentlichen Coaching nichts zu tun haben. Coaching braucht die „Außensicht“ und die „Neutralität“ des Coach, um den Coachee seine blinden Flecke, seine Hintergründe und seine Alternativen zu erkennen – die er selbst nicht erkennen kann!

März 2019 – Coach-Kompetenzen

Coaching ist seit den 80er Jahren ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung und persönliche Weiterentwicklung. Waren es am Anfang Coachs, die als erfahrene Berater Führungskräfte und Unternehmer bei ihren praktischen Alltag begleiteten, sind es heute eine weite Palette von Coachees die Coaching nachfragen.

Ein Thema bewegt dabei immer wieder: Was bringt der Coach an Kompetenzen mit?

Anfänglich schien es so, wie wenn die Fachkenntnis des Coach ein wesentliches Element ist. Das wurde aber rasch durch die emotionale Kompetenz des Coach abgelöst. Das wurde besonders bedeutsam durch die fragende Haltung und die Unterstützung des Coachee zu seinen eigenen Gedanken und Lösungsideen.

Mit den Coach-Kompetenzen haben sich sowohl die Fachverbände (ACC-österr. Dachverband für Coaching wie auch der DBVC- deutscher Berufsverband für Coaching, und die ICF-international Coach Federation) und Ausbildungsinstitute wie TRIGON auseinandergesetzt. Wir reden heute von zentralen 8 Coach-Kompetenzen.

Was ist aus heutiger Sicht gegenüber den 80er Jahren anders? Oder sind es die gleichen Kompetenzen, die ein Coach auch heute benötigt?

Was ist Deine Erfahrung?